DIY-Katmai

Ein Pentium III-Build

Veröffentlicht / modifiziert

  • 2026-03-11
  • 2026-03-14

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Die Mission

Ich hatte den Plan gefasst, für Archivierungsaufgaben einen kompakten Pentium III-basierten PC zusammenzustellen. Hauptsächlich mit 3,5 Zoll- und 5,25 Zoll-Disketten, Iomega ZIP-Disketten, und optischen Scheiben (CDs und DVDs) im Sinn. Mit im Blick waren aber auch SCSI-basierte Speicherlösungen und externe Geräte – wie beispielsweise Filmscanner. Sicherlich würde es auch nicht schaden, wenn sich hier und da ein zeitgemäßes Spiel ausführen ließe, oder?

Betriebsysteme

  • DOS – MS-DOS 6.22, FreeDOS (prinzipiell für Tools zur Disketten-Archivierung)
  • Windows – Windows 98SE und Windows 2000 Professional (für SCSI-Software und das Archivieren von CDs/DVDs)
  • Unix/Linux – BSD 6/7, SuSE Linux 7/8, slim 32-bit Linuxe (für das Archivieren von Sonderfällen und für experimentelle Zwecke)

Spezifikation

Backbone – CPU, mainboard und Grafik

Warum ein Pentium III? Auf Mainboards integrierte Disketten-Controller aus dieser Zeit sind alt genug, um eine größere Zahl von Diskettentypen zu unterstützen. Und weil ich schon immer einen Pentium III wollte, seit ich meinen ersten Celeron-basierten PC hatte. Vor ein paar Jahren hatte ich einen Pentium III der ersten Generation (Katmai) erstanden, eine 550 MHz-Variante (mit einem Bustakt von 100 MHz), welche mit einem Elitegroup Mainboard kam: dem ECS P6BXT-A+ (v1.3), dessen Herz der beliebte Intel-Chipsatz BX440 ist. Es bietet sowohl Slot 1 (SECC2) für Pentium II- und III-Prozessoren als auch Sockel 370 (PGA370) für Celerons. Die Nvidia GeForce FX 5200 war ein paar Jahre neuer als das Mainboard und wäre sicherlich ein anständiges Upgrade im Leben des Computers gewesen.

Datenspeicher – SD-Karten, Diskettenlaufwerke und mehr

SD-Speicher sollte es kinderleicht machen, zwischen mehreren Betriebssysteme zu wechseln: dafür mussste man nur die SD-Karte austasuschen. Geräuschloser Betieb sowie konstantere und – in den meisten Fällen – schnellere Lese- und Schreibvorgänge, sollten ein weiteres Plus gegenüber rotierendem Rost sein. Das K 5601-Diskettenlaufwerk, seinerzeit hergestellt von VEB Robotron in der DDR, war sicher eine an sich untypische Wahl, aber es benötigte einfach ein anständiges Zuhause. Weil es nur unübliche Disketten-Typen unterstützt und sich nur zwei Diskettenlaufwerke direkt betreiben ließen, wurden stattdessen das 1,2 MB- und das 1,44 MB-Diskettenlaufwerk angeschlosssen. Um auf das K 5601 zu wechseln, musste man nur die Kabel umstecken. Und zwei 5,25 Zoll-Diskettenlaufwerke in einem kompakten Gehäuse sind stehts ein Hingucker. Das ATAPI-basierte Iomega ZIP 250 erlaubte mir, meine alten ZIP-Disketten zu lesen. Für optische Medien wählte ich einen ATAPI DVD+RW-Brenner von LG – ideal für's Installieren von Betriebssystemen. Alle Laufwerksblenden mussten natürlich schwarz sein – schließlich ging es hier um ernsthafes Datenverarbeitung!

Konnektivität und Sound

Ein Nikon Coolscan III (auch bekannt als LS-2000) sollte gelegentlich an diesem Computer benutzt werden, was SCSI voraussetzte. Mit dem SCSI-Controller von Adaptec sollten auch andere SCSI-Geräte einzusetzten sein. USB 2 machte das System ebenfall vielseitig einsetzbar: anspruchsvollere Peripheriegeräte sollten so funktionieren, wie z.B. externe Datenspeicher oder Adapter. Ich benötigte ebenso Ethernet-Netzwerk, um die Daten der archivierten Disks und Scans einfach ablegen zu können. Ich hatte zwei adäquate Netzwerkkarten zur Verfügung: eine RealTek RTL8139-basierte von Level One (welche ich seinerzeit in meinem Celeron-PC im Einsatz hatte) sowie eine Intel Pro 1000 (mit einem ROM für das Booten über das Netzwerk – wie zum Beispiel PXE). Ich entschied, dass die Level One-Karte ein guter Anfang war. Der integrierte Soundchip (C-Media CMI8738) funktionierte oft nicht mit DOS-Anwendungen. Im Gegensatz dazu war der Creative Sound Blaster 32/AWE32 PnP (IDE) eine tolle Soundkarte und voll kompatibel, wenn zugleich ein Außenseiter unter den Sound Blastern.

Komponenten im ÜBerblick
CPU

Intel veröffentlichte den Intel Pentium III 550 MHz (Stepping kC0, SL3F7, SL3FJ) im Jahr 1999. Dieser ist ein Pentium III aus der Katmai-Familie ausgeführt als SECC2-Kassette für Slot 1. Die schnellste Geschwindigkeit des Frontside-Busses, mit welcher er offiziell betrieben weren kann, ist 100 MHz.

Mainboard

Das Elitegroup ECS P6BXZ-A+ bringt AGP, PCI (4x) and ISA (2x) auf den Tisch. Es weist den Intel 440BX-Chipset auf und ist sowohl mit Slot 1 als auch mit Sockel 370 ausgestattet. Bis zu 768 MB an Arbeitsspeicher werden unterstützt.

Unterstützung für die ältere Industry Standard Architecture (ISA) war eine Voraussetzung, weil ich alte ISA-Karten verwenden wollte – insbesondere Soundkarten und ggf. einen zweiten Diskettenkontroller, falls dafür zukünftig Bedarf bestehen sollte.

Arbeitsspeicher

PC-100 SDRAM, 768 MB (3 x 256 MB). 133 MHz-Mdules können ebenso genutzt werden, wenngleich nur im langsameren Modus.

Video

Die Palit FX5200 AGP 8X 128MB TV-OUT DVI ist eine AGP 8X-Karte aus den frühen 2000er-Jahren und hat 128 MB Videospeicher. Mit dem NV34-Chipset ist sie kompatibel mit VESA 3.0, OpenGL 1.5 (und teilweise 2.0) sowie DirectX 9.0a. Dass das Mainboard nur AGP 2X bereitstellt, ist sicherlich der Flaschenhals für die Video-Performance des Systems.

Festplatten

Ich hatte die Kalea Informatique Adaptor IDE 3.5-inch 40 Pin to SD Card bereits in der Vergangenheit als Festplattenersatz bei anderen Projekte erfolgreich eingesetzt – zum Beispiel für meinen Power Mac G4 (PCI Graphics). Sowohl Molex- als auch Berg-Anschlüsse stehen für die Stromversorgung bereit. Der Adapter bietet keine Jumper zur Konfiguration – was bedeutet, dass er im Cable Select-Modus operiert. Ich betrieb das Gerät als einiges am IDE-Kanal – um Konflikte zu vermeiden. Dank einer SD-Verlängerung kann ein SD-Kartenschacht an der Frontblende des PCs benutzt werden.

Diskettenlaufwerke

Das Alps Electric DF354H (121G) ist ein recht übliches 3,5 Zoll-Laufwerk hergestellt von Alps.

  • Gerätetyp: 3.5 Zoll-Diskettenlaufwerk
  • Kapazität: 1440 KB oder 720 KB
  • Schnittstelle / Anschluss: FDC / 34-adriger IDC-Connector
  • Stromanschluss: Berg

Das Robotron K5601 – auch bekannt als MFS 1.6 – ist ein verkleidetes FD55-FY-03-U: in Lizenz von TEAC in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) produziert. Es kam ab der Mitte der 1980iger in DDR-Computern oft als Ersatz für das ältere 8 Zoll-Laufwerk zum Einsatz. Man erkennt es leicht an der bräunlichen Leiterplatine. Um die hohe Nachfrage bedienen zu können, wurden originale TEAC-Laufwerke aus Japan importiert, welche grüne Platinen haben. Mit einem Jumper lest sich die Laufwerksnummer setzen (0-3), sodass man bis zu vier Laufwerke an einem Datenkabel nutzen kann.

  • Gerätetyp: 5.25 Zoll-Diskettenlaufwerk
  • Kapazität: bis 1 MB unformatiert / 800 KB formatiert (2 Seiten, 80 Tracks FM oder MFM)
  • Schnittstelle / Anschluss: FDC / 34-adriger Edge-Connector (Shugart)
  • Stromanschluss: Molex

Das Mitsumi D509V3 ist ein weit verbreitetes 5,25 Zoll-Laufwerk der späteren Generation: es untertützt 1.2 MB-Disketten. Dieses Laufwerk hatte eine beige Blende, welche ich schwarz lackierte – so dass sie zu den anderen Laufwerken passte.

  • Gerätetyp: 5.25 Zoll-Diskettenlaufwerk
  • Kapazität: 320 KB oder 1,2 MB (über Jumper wählbar)
  • Schnittstelle / Anschluss: FDC / 34-adriger Edge-Connector (Shugart)
  • Stromanschluss: Molex

ATAPI

Ein optisches Laufwerk ist ein Muss. Der LG (HL-DT-ST GSA-H22l), DVD+RW-Brenner ist ein ATAPI-Laufwerk, das alles mitbringt: es ist recht schnell, erlaubt das Booten von CDs und DVDs und kann beide Medien brennen.

Das Iomega ZIP 250 IDE ist ein 3,5 Zoll-Laufwerk und kann 100 und 250 MB ZIP-Disketten nutzen. 100 MB-Disketten von anderen Herstellern, welche Spielgel-Reflektoren haben, werden offenbar nicht von diesen Laufwerken erkannt – deshalb dürfte ein 100 MB ZIP-Laufwerk nötig sein, um diese ebenfalls zu lesen. Vielleicht ein externes.

SCSI & USB

Der Adaptec AVA-2904 ist ein solider PCI-zu-SCSI-Adapter (Fast/Wide SCSI-2). Diesen erhielt ich zusammen mit de, Filmscanner von Nikon. Es sollte Treiber für alle gänggen Betriebssysteme geben.

Gleich fünf USB 2-Anschlüsse bietet folgende eher generische Karte: NECUSB REV J, 5-Port USB 2.0 PCI. Der fünfte USB-Port befindet sich innerhalb des Gehäuses, so dass man Geräte permanent und unsichtbar im PC betreiben kann, oder aber einen Anschluss zur Frontblende des PCs legen kann, sollte der Wunsch bestehen.

Fast Ethernet

Dieser Level One 10/100Mbps Fast Ethernet-Adapter ist ein robuster PCI-zu-Ethernet-Adapter, der um den RealTek RTL8139 konstruiert wurde. Dieser kann mit verschiedenen gängigen Betriebssystemen problemlos genutzt werden: Die Unterstützung in DOS und klassischem Windows ist exzellent. Zudem läßt er sich in BSD und Linux-Distros in der Regel ohne weiteres Zutun betreiben.

Sound

Der Creative Sound Blaster AWE32 PnP (IDE) (CT3670) – oft auch als Sound Blaster 32 PnP (IDE) bezeichnet – ist eine erstaunliche Soundkarte mit einem AWE64-Chip und zwei Speicher-Erweiterungsschächten für bis zu 28 MB Wavetable-Speicher (2 × 16 MB 30-Pin SIMM-Module) und – wie der name verrät – einem IDE-Interface. Warum diese Karte? Erstens, weil sie ein Creative Sound Blaster list, welche ich mag, und zweitens, weil die Tonqualität ausgezeichnet ist – kein Klicken oder Brummen. FM-Synthesis bewerkstelligt die Karte mittels Creative Quadrature Modulation (CQM) (eine Kombination aus EMU8000/EMU8011-Sampler und ROM) statt der populären Yamaha OPL3 FM. Für manche ist das ein Ausschlusskriterium, aber ich bemerke keinen dramatischen Unterschied zwischen den beiden. Mit Digital Signal Processor (DSP) in der Version 4.16 ist diese Karte nicht vom "Hanging Notes"-Fehler betroffen, welcher viele andere Sound Blaster-Modelle plagt.

Multimedia

Bei der Hauppauge WinTV PCI PAL B-G handelt es sich um eine analoge TV-Karte, welche den gut unterstützten BrookTree 686-Chip an Bord hat. Ich hatte diese Karte um 2000 gekauft und ausgiebig für Jahre genutzt – unter Windows 98/2000 und SuSE Linux. Da die Karte RF-Eingänge bietet, kann man sie auch heute noch zum Digitalisieren von PAL-Videomaterial nutzen – zum Beispiel mit einem VHS-Videorecorder. Ob die Karte im System bleibt, ist unklar. Sicher ist, dass analoge TV-Signale in meiner Region nicht mehr ausgestrahlt werden und ich bisher kein VHS-Projekt oder ähnliches in der Pipeline habe.

Und los geht's

Das eingangs erwähnte Mainboard erstand ich nebst CPU vor einer ganzen Weile: weil es nicht richtig funktionierte, war der Preis gering. Die Installation von Betriebssystemen schlug fehl und Speichertests lieferten inkonsistente Fehler. Das RAM-Modul war hingegen völlig in Ordnung. Ich erneuerte drei Kondensatoren, welche aufgebläht waren, und das Board benahm sich wieder tadellos. Ich hatte einige AGP-Grafikkarten eingelagert und ich entschied mich letztendlich für eine Nvidia FX 5200 (NV34, 128 MB), weil sie die modernste kompatible Karte war. Die neuste – meine gute alte Matrox Millenium P750 (Parhelia-LX) - ebenfalls AGP X8 – hatte einen Randstecker, der nicht in die AGP-Anschlussleiste des Mainboards passte, weil die Karte Spannungen benötigte, welche das Board nicht bereitstellen konnte. Deshalb schied sie aus. Da das Mainboard nur Festplattenkapazitäten bis 128 GB unterstützte, gab es keinen Grund, größere moderne Festplatten zu installieren. Der IDE-zu-SD-Adapter erlaubte es mir, SD-Karten am Retro-PC als Systemfestplatte zu nutzen und unkompliziert mit einem mordernen Computer Daten auszutauschen oder zu manipulieren.

Memtest-86 3.0 running on the repaired mainboard Mit allen fragwürdigen Kondensatoren erneuert bestand das Elitegroup P6BXT-A+ wieder alle Speichertests (hier MemTest-86 v3.0).

Three capacitors were replaced on this board Hier sieht man, welche Kondensatoren ausgetauscht wurden.

Gehäuse

Nachdem alle Kernkomponenten einsatzbereit waren, brauchte das System ein Gehäuse. Ich wünschte mir Platz für drei 5,25 Zoll- und zwei 3,5 Zoll-Laufwerke, was die Wahl bei meiner Online-Suche nach Pentium III-tauglichen Gehäusen schon merklich einschränkte. Ein beschädigter Fujitsu T-Bird – komplett mit originalem Innenleben (Mainboard mit Pentium III 500MHz und RAM sowie ein Netzteil) – weckte meine Aufmerksamkeit. Ob der noch funktionieren würde, war unklar – weshalb der Preis gering war. Deshalb kaufte ich das System. Offensichtlich hatte der Computer einst einen Sturz auf seine obere linke Kante erleiden müssen. Die Kunststofffront hatte den Aufprall ohne strukturellen Schaden überstanden aber passte nicht mehr auf das verbogene Gehäuse.

Nachdem ich alle Komponenten und Bleche entfernt hatte, konzentrierte ich mich darauf, den Gehäusekern zu richten: mit Schraubzwingen und Hammer bewaffnet konnte ich ihn so in Form bringen, dass er wieder mit der Front zusammenpasste. Die Füßchen der Seitenpanele bog ich in Position, so dass diese besser positioniert und sicher gehalten werden konnten. Ich reinigte alle Teile und setzte das Gehäuse wieder zusammen, welches nun viel besser aussah. Das einzige Problem war, dass die Front nicht nur vergilbt war, sondern dass ich sie immer weniger mochte, je mehr ich sie mir anschaute. Es formte sich in mir der Plan, eine eigene Front herzustellen...

Ein neues Gesicht

Inspiriert war das Design der neuen Frontblende von der kantigen industriellen Erscheinung, welche wir von IBM-Workstations aus der Zeit um die Jahrtausendwende kennen, wenngleich ich das dunkle Grau gegen ein rauchiges Weiß tauschte – was besser zur moderneren Linie von Computerprodukten von Fujitsu passte. Alle Elemente, von den Laufwerken bis zu den Tastern, platzierte ich auf einem schwarzen Panel in den obren zwei Dritteln der Frontblende. Dort war auch ein Ausschnitt angelegt, in welchem ein SD-Slot (mittels SD-Extender) integriert wurde. Der Einschaltknopf wurde durch einen runden, schwarzen Druckknopf mit weißem LED-Ring ersetzt. Darunter wurde ein kleiner schwarzer Reset-Knopf und eine weiße LED eingesetzt, welche die Festplattenaktivität anzeigt.

Um Kabel für die neuen Knöpfe zur Blende führen zu können, wurden Löcher in den Gehäusekörper geschnitten. Top- und Seitenpanele wurden weiß laxkiert, ebenso die Basis der neuen Frontblende. Der Einsatz erhielt mehrere Schichten mattschwarzen Lacks. Die drei 5,25 Zoll-Laufweke saßen recht stramm, die restlichen ließen sich leicht installieren. Zuletzt ersetzte ich die Schrauben, welche die Seitenbleche hielten, durch Rändelschrauben. Schließlich war das Gehäuse für den Computer eines Tüftlers gedacht!

Letzter Schliff

Der Sound Blaster war nicht nur hübsch anzusehen, sondern funktionerte ohne weiteres Zutun. Der CD-Eingang des Sound Blasters wurde mit dem optischen Laufwerk verbunden, so dass ich Audio-CDs über die Soundkarte abspielen konnte. Ich installierte zwei SIMM-Module mit je 16 MB auf der Soundkarte und bereite so die AWE für SoundFonts vor. Dank eines Messing-Standoffs am oberen Montageloch stützte sich die Karte auf den Gehäuseboden ab und saß so stressfrei und perfekt gerare im ISA-Sockel.

Betriebsbereit

SIngle Task

Als allererstes Betriebssystem installierte ich MS-DOS 6.22. Dafür partitionierte ich eine SD-Karrte mit 4 GB in zwei Partitionen, die mit FAT32 formatiert wurden. Die erste Partition war für das System, die zweite für Daten. Microsoft Windows 3.1 und diverse DOS-Tools – für das Einrichten und den Betrieb des Systems und natürlich für das Archivieren von Disketten – kamen hinzu: checkIt und HWinfo stellten wichtige Informationen über die Hardware des Systems zusammen:

Mithilfe eines angepassten DOS-Bootmenüs ließen sich Speicher- und Treiberkonfiguration für spezifische Anwendungen oder Spiele beim Hochfahren auswählen. Standardtreiber ersetzte oder ergänzte ich mit resourchenschonenden Alternativen und lud diese – wann immer möglich – in den hohen Speicherbereich. Am Ende kristallisierten sich HIMEMX, JEMM386, NNANSI, MKEYB und VIDECDD/SHSUCDX heraus. Netzwerkfunktionalität gab es Dank dem Packet-Driver RTSPKT und der genialen mTCP-Tools. Mit allen Treibern geladen – inklusive der für den Netzwerkbetrieb – stand Anwendungen 592K an konventionellem Speicher zur Verfügung. Zuletzt fügte ich einen einfachen ANSI-Splashscreen hinzu, welcher an meinen ersten lange in den Wirren der Zeit verschwundenen PC erinnerte, den Tandon XPC 20.

Tools wie ImageDisk 1.10 (IMD) und DskImage 1.0 ermöglichten es mir, die Mehrheit meiner 5,25 Zoll-Disketten zu archivieren, welche ich aufbewahrt hatte, seit ich mein letztes großes Diskettenlaufwerk in den frühen 2000er Jahren weggegeben hatte. Manche aber waren nicht mehr zu retten. Beinahe alle 3,5 Zoll-Disketten waren in ORdnung und konnten meinem digitalen Archiv hinzugefügt werden.

Komplexere Systeme

Offensichtlich ist es eine Eigenart des Systems, dass der Boot-Code innherhalb der ersten 63 Blöcke eines Block Devices bzw. einer Festplatte lokalisiert sein muss. Was das Starten von einer anderen Partition als der ersten zu einer Herausforderung macht. Diese Einschränkung wurde auch zum Problem bei Versuchen, mmodernere schlanke Linux Distributionen zu installieren: diesse ließen sich zwar ohne Probleme von Live-Medien starten und installieren, machten die Installation aber binnen eines Neustarts unbrauchbar, weil sie die Partitionen an 2MB-Grenzen ausrichteten. Antix Linux war die erste dieser Linux Distributionen, welche ich dazu bringen konnte, eine antiquierte Boot-Partition zu respektieren.

Für Windows 98SE und Windows 2000 Professional musste eine SD-Karte mit einer Kapazität von 128 GB herhalten. Für ein solches Dual-Boot-Setup zeigte sich, dass eine gemeinsame Boot-Partition die beste Lösung war. Jedes Betriebssystem erhielt seine eigene Partition und hinzu gesellte sich eine gemeinsam genutzte Partition für Daten. Alle Partitionen waren mit FAT32 formatiert, die für Windows 2000 natürlich mit NTFS. Das Inoffizielle Service-Pack für Windows 98 Second Edition ist ideal, um die Erfahrung mit Windows 98 SE so angenehm wie möglich zu machen. Stabilität und Kompatibilität sind hier die Hauptziele. Ich installierte Version 3.66 – zur Zeit der Einrichtung die aktuellste Veröffentlichung. Es folgten der Windows 95/98/SE/ME RAM Limitation Patch sowie Tools wie z.B. NTFSFree, RawWrite 0.7, CloneCD 2.0.3.2, K95 (C-Kermint 10) und WinSCP 4.3.7. Windows 2000 erhielt das Inoffizielle Service-Pack 5.1 (USP 5.1.2195.21) und eigene Tools, darunter war iTunes für das Konvertieren von Audio CDs. Zwar waren die beiden aktualisierten Systeme nicht nach heutigem Verständnis sicher, aber zumindest so kompatibel wie möglich. Um auf lokale Webdienste zugreifen zu können, erhielt Windows 98 SE den klassischen Browser Opera 9.64 und Windows 2000 die letzte offiziell unterstützte Version von Firefox für indows 2000, nämlich Firefox 12.

Unix und Linux-Distributionen wollte ich auf jeden Fall auf dieser Plattform ausprobieren. Ich schaftte es, Antix Linux und BSD zu installieren. Während Antix ein Versuch war, aktuelle Software auf den PC zu bringen, erlaubte mir BSD Disketten mit untypischen Datenformaten einzulesen und ist in jedem Fall das Erkunden wert.

Was geht noch?

Das wichtigste fehlt bisher: der Y2K-Sticker. Schließlich ist bewiesen, dass der PC auch nach dem 31. Dezember 1999 funktioniert. Aber was ließe sich darüber hinaus verbessern? Nun, Performance ist immer ein Thema – von Robustheit bis Geschwindigkeit. Das schließt neben der Hardware auch Software mit ein.

Systeme und Software

Ich möchte mich gerne näher mit den folgenden Betriebssystemen auseinandersetzen:

  • FreeDOS – 1.4 ist veröffentlicht!
  • IBM OS/2 – eine ahnungslose und unauffällige Big-Box mit OS/2 Warp Connect Version 3 steht auf meinem Regal
  • SuSE Linux – Installationsmedien und Handbücher für 7.2 und 8.2 möchten konsultiert werden

Mögliche CPU-Upgrades

Das Elitegroup ECS P6BXZ-A+ hat einen Single Edge Contact Cartridge-Konnektor (SECC/SECC2) für Pentium II- and III-Prozessoren und einem Sockel 370 ZIF-Konnektor (PGA370) für Celeron-CPUs. Mit dem SECC-Konnektor bietet es Front-Side-Bus-Taktfrequenzen von 66 und 100 MHz. Aufgrund technischer Einschränkungen liegt die maximal machbare Frequenz bei 120 MHz. Jenseits dieser Grenze läuft das Board nicht zuverlässig. Das grenzt meine Wahl auf Katmai- and bestimmte Coppermine-CPUs ein.

Passende Intel Pentium III-CPUs – Katmai und Coppermine

Da die schnellste Front-Side-Bus-Taktfrequenz, welche das Mainboard unterstützt, 100 MHz ist, sind alle 133 MHz-Prozessoren außen vor, inkkusive der Katmai B-Varianten. Der höchstmögliche Takt für den Prozessor selbst liegt bei 850 MHz, denn 8.5 ist der größte Multiplikator, den das ECS-Mainboard bietet. Mit Katmai-Prozessoren ist bei 600 MHz Schluss. Coppermine-Prozessoren erlauben Taktfrequenzen bis 850 MHz (und für andrere Systeme darüber hinaus).

Takt Typ FSB Jahr Orig. Preis Preis heute Teile-Nummer sSpec-Nummer
450 MHz Katmai 100 MHz 1999 USD 496 EUR 15 80525PY450512 SL364 SL3CC SL38E SL35D SL37C
500 MHz Katmai 100 MHz 1999 USD 696 EUR 45 80525PY500512 SL365 SL3CD SL38F SL35E SL37D
550 MHz Katmai 100 MHz 1999 USD 700 EUR 35 80525PY550512 SL3F7 SL3FJ
600 MHz Katmai 100 MHz 1999 USD 669 80525PY600512 SL3JM SL3JT
650 MHz Coppermine 100 MHz 1999 USD 669 EUR 50 80526PY650256 SL3KV SL4CS SL3XK SL3NR SL452
700 MHz Coppermine 100 MHz 1999 USD 754 EUR 75 80526PY700256 SL3SY SL3XM SL454 SL3S9 SL4C3
750 MHz Coppermine 100 MHz 1999 USD 803 80526PY750256 SL3V6 SL3WC SL3XP SL4KE SL456 SL4BZ
800 MHz Coppermine 100 MHz 1999 USD 851 EUR 100 80526PY800256 SL3Z6 SL4BY SL3XR SL457 SL4KF
850 MHz Coppermine 100 MHz 2000 USD 765 EUR 120 80526PY850256 SL4BW SL43F SL47M SL4KH

Intel Pentium III-Prozessoren mit mehr als 550 MHz und 100 MHz FSB tauchen nicht mehr so oft zum Verkauf auf. Die 850 MHz-Variante ist besonders selten anzutreffen.

Alternativen

Das inoffizielle AwardBIOS 6.00PG unterstützt VIA C3-/Cyrix III-CPUs. Damit diese mit der vorliegenden Mainboard-Revition (1.3x) eingesetzt werden können, muss der Sockel 370 modifiziert oder aber ein spezielles FC-PGA-Slotket genutzt werden. Modifikationen bergen immer ein Risiko und mir ist bisher nicht klar, welche VIA C3-/Cyrix III-CPUs mit dem ECS-Board eingesetzt werden könnten. Deshalb kann ich nichts zu möglichen Performancegewinnen oder -einbußen sagen. Zudem kann mit diesem BIOS der Onboard-Soundchip nicht deaktiviert werden – was den Sinn dieses Computers zu einem gewissen Grad in Frage stellt, sollen doch ISA-Soundkarten zum Einsatz kommen.

Ressourcen im Web